Link zu früheren Jahren:

2010, 2009, 2008



Lombok 2018


Dieses Jahr war ich zweimal in Lombok, im April und im September. Im Frühling schien noch alles in Ordnung. Ich besuchte unter anderem wieder die Schule für Waisenkinder, in der ich schon letztes Jahr war (siehe mittleres Foto unten). Dann geschah am 5. August im Nordwesten der Insel ein katastrophales Erdbeben. Es gab unzählige Tote, zehntausende Häuser wurden zerstört und Zehntausende wurden obdachlos. Grosse Teile der Infrastruktur wurden zerstört. Eine der schlimmsten Folgen war, dass der Tourismus praktisch zum Erliegen kam. Dass im Süden der Insel vom Beben wenig zu spüren war und keine Schäden verursacht wurden, wurde weder von den Behöden noch von den Tourismus-Agenturen kommuniziert. Auch im Süden blieben die Touristen aus. Das hatte Auswirkungen auf die Beschäftigung in der gesamten Region. In Kuta standen im September fast alle der hundert kleineren und grossen Hotels und Losmen leer. Auch im Kuta Indah, in dem ich und meine Freunde regelmässig logieren, fehlten die Gäste fast vollkommen. Es mussten Angestellte entlassen werden.

Alle hoffen natürlich, dass sich die Lage im nächsten Jahr wieder verbessern wird. Es steht viel auf dem Spiel, vor allem auch die Investoren werden sich Gedanken machen. Kuta hat sich in den letzten zwei, drei Jahren rasend schnell verändert und ist total auf eine Zukunft mit Massentourismus eingeschwenkt (siehe die Berichte Kuta - der Wandel und Kuta Mandalika - der neue Strand).







Lombok 2017


Im Hotel Kuta Indah selbst, in dem ich mich jeweils aufhalte, merkt man relativ wenig davon, wie dieses Dorf Kuta, ja, die ganze weitere Region im Süden Lomboks, seit einigen Jahren umgestaltet wird. Das liegt daran, dass das Hotel am westlichen Ende von Kuta liegt. Sobald man aber das Zentrum durchquert hat und den Strand erreicht, so sieht man die Veränderungen; und das umso stärker, je weiter nach Osten man wandert. Der "Umbau" vom Fischerdorf Kuta zu einem grossen Tourismus-Zentrum geht schnell voran. Wo man hinblickt, wird abgerissen, neu gebaut, oder Grundstücke werden zum Verkauf angeboten. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es immer schneller geht. Und meine vielen einheimischen Freundinnen und Freunde blickden selber oft ratlos in die Zukunft und können sich noch nicht genau ausmalen, wohin das alles führen wird. - Spannend ist es alleweil.


Jedenfalls ist der Tourismus die nächsten Jahrzehnte in diesem kleinen Teil der Welt der Motor, der das Leben der Menschen hier bestimmen wird. Zwiespältige Gefühle und Gedanken kommen auf. Aber seht und lest weiter auf den folgenden Seiten!







Lombok 2016


Mitteilung


Mein Bruder


HANS MUHR


Hans

ist am 13. März 2016 unerwartet in seinem Haus in Bangkang (bei Kuta/Lombok) verstorben (* 4. Februar 1951, † 13. März 2016).


Hunderte nahmen Abschied von ihm. Er war ein hoch geachteter und geliebter Mensch. Einer, dem es immer wieder gelang, mit seinem Wesen und seiner Art die kulturellen und menschlichen Unterschiede zu überbrücken und Freundschaften und Verbindungen zu schaffen.

Hans wanderte 2007 nach Lombok aus, das er zuvor bei vielen Aufenthalten als neue Heimat ausgewählt und ins Herz geschlossen hatte.

Ich selber kam durch ihn 1999 zum ersten Mal auf diese zauberhafte Insel. Ich habe sie seitdem immer wieder besucht, die Menschen kennengelernt, ihre Kultur, ihre Sitten und die (in den Schulen gelehrte) offizielle Sprache, Bahasa Indonesia. Und ganz besonders habe ich mich natürlich immer gefreut, meinen Bruder wiederzusehen.


Hans fand seine letzte Ruhe dort, wo, und so, wie er es sich gewünscht hatte: Seine Asche wurde in Kuta/Lombok ins Meer gestreut.






Lombok 2015


In den Monaten April und Mai war es hier noch angenehm. Vor allem hatte es Regen, das Land war grün und bunt. Im September, Oktober war alles anders. Die Menschen litten unter der unbarmherzigen Hitze; was aber das Schlimmste war: Seit vielen Monaten fiel hier, im Süden Lomboks, kein Tropfen Regen mehr. Alles ist verdorrt, das Land fahlgelb und braun bis grau gefärbt. Es herrscht vollkommene Dürre. Die meisten Dorfbrunnen sind trocken, ebenso die Bach- und Flussbetten. Wasser muss importiert werden vom Norden der Insel; an den Hängen des Rinjani-Massivs fliesst es nach wie vor, weil es dort häufig abregnet.




Vor zwei Jahren säumten noch zahlreiche Stände, Imbissbuden, winzige Reiseagenturen usw. die Strasse hinter dem Strand. Sie wurden ja - als illegale Bauten - inzwischen alle abgerissen. Heute ist der Strand aber weit mehr besiedelt, als vorher. Es gibt unzählige provisorische Zelte und Unterstände, in denen es sich die Einheimischen für jeweils ein paar Tage hier gemütlich machen. Es findet ein dauernder Wechsel statt, die Leute kommen aus verschiedenen Dörfern. - Ihr seht mehr auf er Seite "Hitze, Dürre, Wassermangel".

Eine andere Seite zeigt Fotos von einem Besuch, den ich am 1. Oktober in einer Schule auf halbem Weg zwischen Kuta und Praya machte. Es war ein Highlight dieses Aufenthalts in Lombok.

Auf der Seite "Dies und das" seht ihr ein paar Fotos, die in einer nummerierten Legende kurz beschrieben sind. - Ausserdem gibt es dort ein paar Tipps, die vor allem für diejenigen interessant sind, die ein Motorrad oder ein Auto - auch mit Fahrer - mieten wollen. So manche trampeln hier immer wieder in eine Falle! ...

Auf weitern Seiten seht ihr Bilder zu Kuta in der Nacht und ein Panorama. Auch zwei Videos habe ich diesmal parat, eines von einem hungrigen Waran, ein anderes von einem achtbeinigen Zeitgenossen, der die meiste Zeit unter der Erde verbringt. - Jedenfalls: Viel Vergnügen!



Lombok 2014


Noch nie in den 15 Jahren, in denen ich Kuta besuche, hat sich so viel verändert wie im letzten Jahr; mindestens, was das "Erscheinungsbild" betrifft. War bis jetzt die ganze, lange Strasse entlang des Strandes beidseitig von hundert oder mehr Hütten gesäumt, mit Verkaufsläden, Imbissbuden etc., so ist heute davon praktisch nichts mehr zu sehen. Sie wurden alle, da illegal errichtet, auf obrigkeitlichen Befehl hin abgerissen.


Mein Aufenthalt diesen Frühling dauerte länger als gewohnt, fast drei Monate. Dazu musste ich mein Visum verlängern lassen. Das geschah im Büro für Immigration in der Hauptstadt Mataram. Vielen Dank an jene, die mir das ermöglicht haben!



Ein Grund für den langen Aufenthalt war, dass mein Lebenspartner Peter einen Monat vor meiner Abreise zu einer mehrmonatigen Weltreise aufgebrochen war. Die letzten paar Wochen wollte er in Indonesien - vor allem Lombok - verbringen. Gegen Ende Mai traf er dann auch, über Südamerika, Neuseeland und Australien (Perth), hier ein. Während der ganzen Reise hat er einen Reiseblog geschrieben, mit vielen Fotos, so dass wir immer informiert waren, wo er sich aufhielt. Auch aus Lombok schrieb er den Blog weiter.


In seinem Blog berichtete er auch über die Veränderungen in Kuta, hielt einige Impressionen über einige Orte und Strände in der Nähe von Kuta fest. Auch ein Kurztrip mit der Fähre nach Bali wird beschrieben. Einige Beiträge auf dieser Website basieren direkt auf Berichten aus Peter's Blog.


Hier der Link zu seinem Blog, d.h. zum Abschnitt, wo er über seinen Aufenthalt in Lombok berichtet:


In 103 Tagen um die Welt - Indonesien/Lombok





Kutaindah

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Lombok 2013


Es ist April, Mai. Vorsaison, würden wir sagen. Viele Touristen gibt es noch nicht hier, und die meisten von ihnen sind Surfer. - Neben dem Hotel Kuta Indah entsteht eine Neuüberbauung. Es ist sicher eine der grössten Baustellen, die es in Kuta - und wahrscheinlich im ganzen Süden Lomboks - gibt. Es sollen Büros, Geschäfte und Appartements entstehen.


Die Ausflüge, die wir nach Osten (Awang) und Westen (Mawun, Selongblanak) unternahmen, konnten wir erstmals auf durchwegs asphaltierten und teilweise neuen Strassen unternehmen. Das war, nicht zuletzt wegen der Touristen, bitter nötig. Aber auch für die Einheimischen waren die bisherigen "Strassen" über weite Strecken eine Zumutung. - Auch die Erschliessung mit Elektriziät hat grosse Fortschritte gemacht. Man erkennt das nicht zuletzt an den beleuchteten Strassen, was Fotos dokumentieren, vor allem im Vergleich mit einer Aufnahme aus dem Jahre 2009 (siehe "Kuta by night").



Bis vor drei Jahren habe ich immer einen grossen Ausflug mit vielen Kindern und Müttern zur wunderschönen Bucht Mawun organisiert. Dann wurde der Zustand der Strasse so miserabel, dass ich darauf verzichtete. Dieses Jahr war es ganz anders. Die Strasse ist völlig neu asphaltiert worden. Und die 'Party' konnte steigen ... - Ein besonderes Erlebnis war für mich der Besuch einer ganz normalen Schule in Kuta. Ich lernte die Lehrerin kennen und durfte ihre Klasse besuchen. Die Begegnung war für die Schüler eine willkommene Abwechslung und für mich interessant - aber leider viel zu kurz.


Im grossen Garten meines Bruders gedeihen die verschiedensten Früchte, dass es eine Pracht ist. Und das Verhältnis mit seinen Nachbarn ist bestens. - Ich selber wohne nach wie vor im Hotel Kuta Indah. Hier fühle ich mich zu Hause, und jedes Mal, wenn ich wieder hier bin, sehe ich kleinere und auch grössere Verbesserungen, Renovationen, usw.. Der Kern der staff ist, seit ich das erste Mal hier war, der gleiche geblieben; das beweist doch, dass es auch menschlich hier klappt. Und das ist genau das, was mir, neben der schönen Anlage, eben auch noch gefällt!


Lombok 2012


Dieses Mal hatte Peter, mein Lebenspartner, endlich wieder mal Zeit und mich nach Lombok begleitet. Schon bald ist er dann mit meinem Bruder Hans und Lahir, einem einheimischen Kumpan, nach Flores weitergezogen. Erwas darüber könnt Ihr bei mir, noch mehr auf seiner Website, lesen. Der Weg dorthin ist etwas umständlich. Auf dem Landweg müsste man zweimal die Fähre benutzen und Sumbawa durchqueren. Sie wählten das Flugzeug, was zwingend über Denpasar führte. Es gibt - trotz neuem Flughafen - noch sehr wenige Inland-Direktflüge. - Der neue Flughafen steht zwar recht isoliert in der weiten Landschaft. Aber er hat schon seine Vorteile. Man bemerkt es z.B. bei der Ankunft. Alles geht etwas zügiger voran. Auch braucht man jetzt nicht einmal eine halbe Stunde nach Kuta, vorher doppelt so lang.



Etwas, das uns sofort ins Auge stach, waren die zahlreichen Schilder, auf denen Grundstücke zum Verkauf bzw. Kauf angeboten werden. Die Worte "FOR SALE" sind allgegenwärtig. Es sind auswärtige Maklerfirmen, die jetzt voll ins Geschäft einzusteigen versuchen. Es wurden auch riesige Flächen neu aufgeschüttet, um Bauland zu gewinnen. Dafür mussten - neben zahlreichen Gebäuden, ja ganzen Quartieren (dort, wo die Fischer wohnten) - auch Hunderte von Palmen "aus dem Weg geschafft" werden. Dieser buchstäbliche Kahlschlag wird auf der entsprechenden Seite dokumentiert (siehe Seiten "Kahlschlag" und "Umsiedlung und Neubauten")


Ein weiterer Faktor, der das gesamte Leben in einigen Gebieten Lomboks einschneidend verändert hat, ist das Goldfieber, das vor wenigen Jahren ausgebrochen ist. Jetzt hat es mit voller Wucht auch Kuta und die umliegenden Dörfer erfasst. Peter hat eine solche Schürfstelle - sie sind samt und sonders illegal - besucht und dort interessante Fotos gemacht (siehe Seite "Goldfieber" und den dort weiterführenden Link!).


Lombok 2011


Jedes Jahr sind die Erwartungen gross. Man hofft, viel Neues zu sehen. Aber die Ernüchterung kommt bestimmt. Veränderungen geschehen meistens langsam, besonders dann, wenn z.B. technische Probleme auftreten, oder wenn wichtige Investoren wegen der Krise plötzlich den Geldhahn zudrehen. Und das ist in den letzten paar Jahren auch auf dieser Insel geschehen. Mehrspurige Strassen wurden zwar angelegt, der Bau neuer Hotels in Angriff genommen. Mit der Stromversorgung gibt es auch immer wieder Probleme, weil die Insel nur über ein einziges Kraftwerk verfügt, und weil der Bau neuer Anlagen (Flugplatz!) enorm viel vom verfügbaren Strom in Anspruch nimmt. So ist vieles liegen geblieben und dämmert oft als unfertige Bauruine dahin. Das gilt auch für den neuen, internationalen Flughafen. Die Pläne der indonesischen Regierung, Lombok und seine Nachbarinsel Sumbawa zu wichtigen Ferienzielen - neben Bali - zu machen, dürften sich verzögern.


Viele Einheimische, die auf neue Jobs - vor allem im Tourismussektor - gehofft hatten, sehen sich heute getäuscht. Vielleich erklärt das auch den anhaltenden Goldrausch, der Teile der Insel, gerade auch die Gegend um Kuta, erfasst hat. Hunderte buddeln sich voller Hoffnung auf den grossen Fund in Erde und Felsen. Und viele sind dabei schon zu Tode gekommen.



Die wirklichen Unterschiede und Fortschritte zu früher sieht man erst, wenn man die Insel über viele Jahre hinweg besucht und das Geschehen auf ihr beobachtet und miterlebt hat. Ich habe diese Möglichkeit, weil ich mich seit über zehn Jahren dort wirklich eingelebt habe. Dabei hilft mir die Tatsache, dass ich sehr viele Menschen kenne, mich mit ihnen auf Indonesisch verständigen kann, ihre Sitten und Bräuche kenne und respektiere. ich lernte ihren Alltag kennen, und dass ihre täglichen Sorgen sich nicht gross von denen unterscheiden, welche die meisten von uns auch hier, im 'hochentwickelten' Westen, plagen. Ausserdem lebt mein Bruder Hans seit einigen Jahren in der Nähe von Kuta-Lombok. Er hat sich voll in die Bevölkerung und die dortige Gesellschaft integriert. - Da geniesst man auch Abwechslungen, zum Beispiel Ausflüge. Der Trip zu den Wasserfällen bei Setokel und Kelambu war so ein Fall. Oder immer wieder an die einmalig schönen Strände...



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