Geboren wurde Erika Muhr 1949 in St.Gallen. Kindheit und Jugend erlebte sie bei knappsten Mitteln und unter schwierigen Bedingungen. Sie interessierte sich vorab für Musik und Sport.


1999 geschahen zwei entscheidende Ereignisse: Ihr Bruder Hans Muhr schlug ihr vor, ihn für zwei Monate nach Indonesien zu begleiten. Er selber kannte dort von früher her schon viele Leute, und so kam sie das erste Mal in ein kleines Fischerdorf namens Kuta, im Süden der ostindonesischen Insel Lombok gelegen (und nicht zu verwechseln mit Kuta in Bali!). Hier entdeckte sie die Welt sozusagen ein zweites Mal. Zuerst schockierte sie zwar die grosse Armut, die dort herrschte. Aber dann lernte sie selber schnell Menschen kennen, die trotzdem lachen und fröhlich sein konnten. "Ich sah so bald einmal lachende und glückliche Gesichter um mich herum. Und auch den schönen, tiefblauen Himmel. Alles um mich herum blühte auf. Ich sah die tropischen Pflanzen und die Farben, hörte fremdartige Geräusche von Tieren und Menschen, und ich zog neue Gerüche in mich auf."


Entscheidend war: Sie erlebte hier schlagartig eine radikale Kontrastwelt zu ihrer bisher gewohnten, jetzt aber plötzlich fast langweilig, monoton und farblos-grau erscheinenden bisherigen Welt. Diese neue Welt hat sie nicht mehr losgelassen. Seither verbringt sie jedes Jahr längere Zeit auf Lombok, wo sie vor Ort hilft, wo sie einen grossen Freundeskreis hat und sehr beliebt ist. Vor allem kümmert sie sich um Mädchen und jüngere Frauen. Und jedes Mal freut sie sich auch wieder auf die Farben dieser tropischen Inselwelt.


Erika Erika in Pesugulan Erika Erika Erika an der Dietlistrasse, 2004

Vor einigen Jahren ist ihr Bruder nach Lombok ausgewandert und lebt dort in einem Dorf oberhalb von Kuta. Er lebt mitten in der Bevölkerung, respektiert ihre Sitten und spricht ihre Sprache. Auch Erika Muhr unterhält sich schon lange mit den Einheimischen auf Bahasa Indonesia (wie die offizielle Sprache Indonesiens heisst; in einem Land mit über 200 verschiedenen Sprachen!).


1999 lernte Erika Muhr auch ihren jetzigen Lebenspartner Peter Angele kennen. Unter anderem malte dieser Bilder mit Acryl, und er war schon lange Zeit daran, eine grössere Ausstellung für einen befreundeten Maler, Helmut Etter (alias Luthem Teret), zu organisieren. Sie half dabei mit und kam so zum ersten Mal mit "Kunst" in Kontakt, und zwar gleich radikal und hautnah. Vor allem freute sie sich an den farbenfrohen Bildern dieses Malers. Nie vergessen hat sie dessen Worte: "Alle können malen!". Später, nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausstellung, sagte sie zu ihrem Partner (und das hat der nie vergessen...): "Was ihr könnt, kann ich auch!" - Voilà! - Und flugs griff sie zu Farbstiften und Wachskreide und machte ihre ersten Malversuche.


Weil ihr Farb- und Fettstift nicht behagten, versuchte sie es mit Acryl. Diese Farbe war ihr sofort sympathisch, und sie ist bis jetzt dabei geblieben. Sie hat seither viel experimentiert und verschiedenste Motive gemalt. Ihre Entscheide für ein Bild sind immer spontan. Sie suchte nie einen "Stil" und will sich auch keinem solchen unterwerfen. Vor allem das Dreinreden hat sie sich immer untersagt. Sie lässt sich auch von nahe stehenden Personen nicht gerne in die Karten schauen. Ihre Malweise ist schnell, sie nörgelt nicht gerne an Details herum. Lieber übermalt sie mal wieder etwas, sagt aber auch mit Bestimmtheit, so, das ist jetzt fertig! Wenn sie malt, kann es schon sein, dass sie Zeit und Umgebung vergisst. Sie verwendet nicht nur Pinsel, sondern benutzt zum Beispiel oft auch ihre Finger. In einem Malkurs hat sie einiges Neues entdeckt.


Erika Muhr hatte einige kleine Ausstellungen und Präsentationen, u.a. in St.Gallen und Gossau. Immer wieder half sie bei der Vorbereitung und beim Einrichten diverser Ausstellungen mit (Heiden, St.Gallen, Davos).





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