Erdbeben



Am 8. August gab es im Norden Lomboks ein verheerendes Erdbeben. Tausende Häuser waren zerstört, Es gab Zehntausende Obdachlose, Hunderte Tote und Tausende Verletzte. Die Solidarität mit den Opfern war auf der ganzen Insel gross. Viel Hilfe kam aus den Gebieten der Insel, die nicht oder schwach betroffen waren. Im Süden vor allem hatte das Beben so gut wie keine Schäden angerichtet. Tausende Eimheimische, Einzelpersonen, Familien und Gruppen, stellten Notpakete zusammen und fuhren selber in die betroffenen Gebiete, um vor Ort Hilfe zu leisten. Das Wichtigste, das dort fehlte, war sauberes Trinkwasser.


Auch wir "Fremde" wollten helfen. Spontan stellte ich mit Lahir und Nurille zwei Dutzend kleinere Hilfspakete zusammen. Am 19. September fuhr Peter mit den beiden ins Erdbebengebiet und verteilten die Pakete direkt. Peter fasste zusammen: "Wir fuhren nach Senggigi. Hier standen die Hotels alle noch, vielleicht ein paar Risse da und dort. Je weiter wir auf die Höhe der Gili Islands kamen, desto betrüblicher sah es aus. Und als wir Pemenang erreichten, stand buchstäblich kein Stein mehr auf dem anderen. Was mir erfreulicherweise als etwas vom ersten auffiel, war, dass die Kinder wieder zur Schule gingen. Ausserdem gab es verschiedene kleine Verteilzentren, die gut funktionierten, und die Zelte des indonesischen Roten Halbmonds und Militärs waren nicht zu übersehen. Es ist jetzt über ein Monat seit dem Beben vergangen, und man sieht und spürt, dass so etwas wie "Normalität" eingezogen ist. Das Leben erscheint bereits wieder gut organisiert zu sein. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Hilfe weiterhin dringend nötig ist. Und das wichtigste Gut, das fehlt, ist immer noch sauberes Wasser. Ausserdem dürfte das Trauma des Bebens noch lange auf den Menschen lasten; die Furcht vor weiteren Beben ist geblieben, nicht ohne Grund, denn es gab seither zahlreiche weitere, wenn auch schwächere. - Durch völlig zerstörte Dörfer fuhren wir über den Pusuk-Pass und Mataram nach Kuta zurück".


P.S.: Obschon der Süden der Insel nicht betroffen war, blieb der Touristenstrom auch dort aus. Ein wichtiger Grund: In den Medien und "Reiseempfehlungen" von Regierungen wurde diese Tatsache "vergessen" bzw. unterschlagen. Wäre korrekt informiert worden, hätte man darauf hinweisen müssen, dass "nur" der Norden vom Beben betroffen ist, und dass im Süden kaum Gefahr besteht. So schlugen denn auch die Reiseveranstalter in dieselbe - stark vereinfachte - Kerbe und strichen pauschal alles aus ihren Programmen, was mit Lombok als Ferienziel zusammenhing. Lombok war Lombok, basta; die unterschiede wurden ignoriert. So kam es, dass auch im Süden, dem ärmeren Teil der Insel, die Touristen ausblieben. Mit schweren Folgen, Jobverlusten und auch zahlreichen Entlassungen. Das betraf auch das Hotel Kuta Indah (siehe den Beitrag dazu).










Seitenanfang