Platz für Investoren!



Schaut man von einem Hügel auf Kuta hinunter, hat sich auf den ersten Blick in den letzten Jahren nicht viel verändert. Ein gewaltiger Trugschluss! Was auf diesen Hügeln selbst und im Dorf passiert, lässt einen schnell umdenken, wenn man sich zu Fuss oder per Motorrad genauer umschaut.


Die Fotos 1, 5, 6 und 7 zeigen, wie sich die Aussicht vom Haus aus, in dem Hans wohnte, verändert hat. Strassen werden gebaut, Mauern hochgezogen (immer diese Mauern! ...), ein Dutzend Bungalows sollen gleich am Hang unter dem Haus entstehen. - Am "Hausberg", der die rechte Seite der Bucht von Kuta begrenzt, wurde eine provisorische Strasse erstellt; sie ist zu Fuss und für geländegängige Fahrzeuge kein Problem (Bilder 3, 8, 10-12). Aber das wird sicher nicht so bleiben. Die Hänge werden überbaut werden, und es wird, wie jemand (wer? vergessen!) lakonisch sagte, "an diesem Hügel aussehen wie im Tessin". Auf dem Hügel selber wurde ebenfalls eine Strasse gebaut, die von der Spitze bis nach Bankang führt (bild 2); also kann man bequemen Weges "rund herum" gehen bzw. fahren. Die Subsistenzbauern, die noch hier oben wohnen, können sich also auf einiges gefasst machen ...


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Wenn man dem Strand die Bucht von Kuta nach Osten entlang geht, wird einem das ganze Ausmass der Veränderungen der letzten zwei Jahre so richtig bewusst. Je weiter man geht, desto mehr findet man sich in einer buchstäblich platt gewalzten Einöde wieder. Hier sollen Hotels, Resorts, ein Golfplatz und sogar eine Motorrad-Rennbahn(!) enstehen. - Dem Strand entlang wird sich ein Fussgängerweg ziehen, Jalan Menuju Pantai Kuta Lombok genannt; Teile davon gibt es bereits (Bilder 25, 45).


Und wo sind die Bauern und Fischer geblieben, die vor Kurzem noch hier gewohnt haben? Sie wurden wohl, gegen eine (lächerliche) Entschädigung und mit viel Überredungskunst, "umgesiedelt". Wohin? Viele bauen sich darauf hin irgendwo "illegal" neue Hütten, die dann in absehbarer Zeit wieder zwangsgeräumt werden. "Baulücken" trifft man auf Schritt und Tritt (Abb. 13, 14, 15), und solche kleine Geschäfte wie auf den Fotos 36 und 48-51 wird es wohl nicht mehr lange geben. Alles sieht nach Provisorium aus; viele Einheimische sind ratlos, ihre Probleme sind wirklich existenziell: Wohin? Wie lange noch? Was dann? ...


Die Strasse entlang des Strandes verlief bisher dort, wo auf den Fotos 37 und 38 noch heute Hütten und Stände stehen. Die neue Strasse ist viel breiter und verläuft in den Fotos links davon; auch gut zu sehen auf den Bildern 32, 39, 40, 41a. Ob der Turm auf Abb. 32 wohl der Sicherheit der Strandbesucher dient? - Neu sind auch Kinderspielplätze (Abb. 35) und eine öffentliche Toilette (34)(wogegen ja wirklich nichts einzuwenden ist ...). Das Ganze läuft unter der Bezeichnung KUTA MANDALIKA.


Zwei Ansichten sollen die Veränderungen in zwei Jahren illustrieren: Die Fotos 41a/41b und 43a/43b wurden vom jeweils gleichen Standpunkt aus gemacht.


Die Investoren (dazu gehört auch der Staat) gehen zielstrebig und unerbittlich vor. Im Süden Lomboks, vor allem östlich von Kuta bis zum 12 Kilometer entfernten Awang, soll eine einzige, riesige Tourismuszone entstehen, mit Golfplätzen, Resorts, Wellnessanlagen aller Art, und in Awang wurde schon vor Jahren ein für Hochseeschiffe tauglicher Hafen errichtet. Millionäre, seid willkommen! - Aber nicht nur sie. Auch für Touristen mit kleinerem Portemonnaie soll es was geben. Es entsteht Tourismus, wie man ihn weltweit kennt, eine Art 08/15-Tourismus; wenn man die Pläne sieht (es gibt eine offizielle Broschüre darüber: Lombok Island, The Mandalika Resort Area, A Bali Tourism Development Corporation Project), dann muss man das befürchten.


Natürlich ist es müssig, deshalb in nostalgisches Gezeter auszubrechen. Die Entwicklung war absehbar - und die Idee ist nicht neu: Bereits vor 20 Jahren gab es ebenso gigantische Pläne für Südlombok; jetzt werden sie halt, verspätet, realisiert - von andern Investoren. - Der Internationale Flughafen, der vor einigen Jahren eröffnet wurde, war ein erster, entscheidender Schritt dazu, um Lombok für den Massentourismus zu erschliessen (wo Peter übrigens bei seiner Ankunft aus Kuala Lumpur einen Jumbo-Jet gesehen hat; also landen bereits heute solche Riesenflieger hier! ...).


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