Ein paar Orte und Strände im Süden – Veränderungen?



Bemerkung: Wer über den Osten und Norden Lomboks etwas erfahren will, findet einen Bericht in Peter's Blog (Bericht vom 17. Mai; zurückscrollen!):

In 103 Tagen um die Welt - Indonesien/Lombok



Mich interessiert nicht nur, was sich in Kuta verändert, sondern auch die Entwicklung in den umliegenden Dörfern und Stränden. Unübersehbar sind die Schilder, auf denen Land zum Verkauf angeboten wird; vielerorts entstanden und enstehenden Neubauten (v.a. Hotels und Pensionen). Neue Strassen wurden – zum Teil in Rekordzeit! – gebaut oder wenigstens geteert (noch lange nicht alle wichtigen!). Der Landschaft gesamthaft sieht man die Veränderungen aber kaum an. - Noch!!? - Ein paar Beispiele:


Awang – Wo bleiben die Fähren?


Awang ist ein verschlafenes Nest, etwa 20 km östlich von Kuta und an der nach ihm benannten Bucht gelegen. Vor ein paar Jahren wurde hier eine riesige, mehrere Fussballfelder grosse Landaufschüttung ins Meer hinaus gebaut. Hier können ohne weiteres hochseetaugliche Schiffe anlegen. Aber seitdem scheint alles zu stagnieren. Es sieht noch genau so aus wie vor einem Jahr.



Am 26. Mai war ich mit Hans dort. Wir fragten Einheimische, was nun weiter hier geschehen würde. Sie sagten, dass Fährverbindungen nach Sumbawa geplant seien. Ein Verbindung mit kleinen Booten nach Ekas, einem am gegenüberliegenden Ufer der Bucht befindlichen Ort (bei Surfern am ehesten bekannt), besteht seit langem.



Ein Foto von 2013:


Ob es eventuell auch eine Verbindung nach Flores geben würde? Oder gar nach Sumba? Keine bestimmte Antwort. – Gerade eine direkte Verbindung zwischen Lombok und Sumba wäre meiner Meinung nach längst fällig. Denn wer heute dorthin reisen will, muss zuerst in die im Osten Sumbawas gelegene Stadt Bima reisen, von dort per Bus nach dem noch weiter östlich gelegenen Hafen in Sape. Von dort aus geht dann eine Fähre nach der südlich gelegenen Insel Sumba (10-11 Stunden dauert eine Fahrt, bei gutem Wetter). Zwei Tage braucht man, um von einer Insel zur andern zu reisen; einer Reise zwischen zwei Inseln, die nicht einmal 400 km auseinander liegen! …


Bumbang


Eine Abzweigung von der – gut ausgebauten – Strasse zwischen Kuta und Awang führt zum Strand von Bumbang, auch bekannt als “Lobster Bay”. Der Name wird einem klar, wenn man die über hundert schwimmenden Plattformen sieht, die in der Bucht festgemacht sind und dem Lobster-Fang dienen. Es sind einfache, aus Bambus zusammen gezimmerte Rahmen, die mit Fässern oder Plastkcontainern an der Wasseroberfläche gehalten werden.


Ein hübsches Hotel mit Restaurant befindet sich hier. Viele Gäste haben wir allerdings weder beim letztjährigen noch beim heutigen Besuch (26. Mai 2014) gesehen.



Die Landschaft ist sehr reizvoll, das Wasser ruhig. An einigen Abschnitten der Bucht gibt es Mangrovenwälder.



In der gleichen Bucht, im westlichen Teil, liegt


Gerupuk


Dieser Ort ist bei Surfern bestens bekannt. Alles scheint hier auf dieses Völkchen (es ist in Kuta und Umgebung sehr zahlreich vertreten!) ausgerichtet zu sein. Am Dorfbild selber hat sich wenig verändert.



Entstanden sind ein paar neue Hotels und ein Surfer-Zentrum. Wirklich neu ist, dass ausserhalb von Gerupuk neue Hotels und Resorts entstehen und geplant sind. Zum Teil an fantastischer Lage.


Keinesfalls verpassen dürfen Surfer auch den


Pantai Seger


pantai = Strand


Dieser sagenumwobene Strand, nur 2 km östlich von Kuta gelegen, ist nicht nur für seine Wellen bekannt, sondern vor allem auch wegen des jedes Jahr im Februar stattfindenden Bau Nyale Rituals. Tausende Sasak (so nennen sich die Einheimischen von Lombok) versammeln sich, um die dann auftauchenden Meereswürmer zu fangen und zu verspeisen. Das Ganze geschieht im Rahmen eines riesigen Festes, während dem sich vor allem auch die jungen Leute einmal etwas ausserhalb der strengen, gesellschaftlichen Normen benehmen können – und das natürlich mit Freude ausnutzen. Aber auch Vertreter der Regierung und Dorfvorsitzende aus der ganzen Insel nehmen daran teil. Es ist ein ausserordentlich wichtiges Fest in der Sasak-Tradition.



Eine von weitem tempelartig aussehende Halle aus bröckligem Beton markiert seit kurzem das Zentrum dieses Festplatzes.



Dem Fest liegt die Sage um eine Prinzessin zugrunde. Mandalika hiess das schöne Kind, das von zahlreichen Prinzen umworben wurde. Um dem Liebschaos zu entrinnen, warf sich Mandalika ins Meer. Die Menschen versuchten sie zu retten, fanden an Stelle ihres Körpers aber lediglich Würmer, die heute als Nyale bekannt sind. Diese wurden als Reinkarnation der Prinzessin angesehen, und die Leute glaubten, dass in Form der Nyale die Prinzessin selber sie jedes Jahr besuchen würde.



Das Denkmal mit der vor drei Prinzen fliehenden Mandalika ist ebenfalls neu.


Gleich östlch an den Pantai Segar (Pantai = Strand) fügt sich dieser wunderbare Strand an:



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Fährt man von Kuta aus westwärts, trifft man nach etwa 10 bzw. 20 km auf die bekannten Strände von Mawun und Selongbelanak/Mawi. Einige Kilometer nach Mawun trifft man auf den Strand in der


Teluk Tampa


(Teluk = Bucht)


Von Tourismus ist hier praktisch noch überhaupt nichts zu spüren, und die Einheimischen sind vielleicht – wohlweislich? – auch gar nicht daran interessiert, dass hier Horden fremder Menschen einfallen. Wasser und Strand sind ausserordentlich sauber.